Die Fichte ist der häufigste Baum in Schweden und erkennbar an ihren Nadeln und den hängenden Zapfen. Sie liebt kühles Klima und wächst oft in großen Wäldern. Fichten sind immergrün und werden normalerweise 200–300 Jahre alt. In der Forstwirtschaft werden sie jedoch meist schon nach 75–150 Jahren gefällt. Die Fichte ist zudem die wichtigste Pflanzenart für viele andere Lebewesen – Pilze, Flechten und Käfer finden hier Lebensraum.
Kategori: Deutsch
Baumpilze
Baumpilze wachsen auf lebenden oder abgestorbenen Bäumen und sind wahre Meister im Zersetzen von Holz. Sie verwandeln hartes Holz in Nährstoffe, die wieder in den Boden zurückkehren und neue Pflanzen ernähren.
Verschiedene Pilzarten folgen einander, aber der Zunderschwamm tritt schnell auf, wenn ein Baum abstirbt. Er ist dunkelbraun bis schwarz mit einem weißen Rand und wird steinhart. Früher nutzte man ihn, um Feuer zu entfachen, da er leicht entflammbar ist. Seinen Namen verdankt er seiner Form – er sieht aus wie ein Huf.
Wer genau hinsieht, entdeckt an seiner Unterseite winzige Käfer, die in den Sporen leben. Wie lange die Zersetzung dauert, ist unterschiedlich: Ein Eichenstamm kann mehrere Hundert Jahre brauchen, während ein Birkenstamm in wenigen Jahren vollständig verrottet ist.
Gedrängte Eichen
Die Eichen im Glömda Skogen (dem „Vergessenen Wald“) stehen auf einer Lichtung. Früher war dies eine Weidefläche am Hang. Dort hatten die Eichen genug Platz, um sich auszubreiten und sehr groß zu werden.
Doch als der Wald ungestört wachsen durfte, wurden die Eichen bedrängt, und unter ihren Kronen wuchsen andere Bäume empor. Das mögen Eichen gar nicht! Wenn sie zu wenig Raum haben, schwächen sie sich, und es besteht die Gefahr, dass sie so geschwächt werden, dass sie absterben.
Ein deutliches Zeichen dafür ist ein kahler Stamm ohne Äste im unteren Bereich. Eine Eiche dagegen, die sich frei entfalten konnte, trägt auch weiter unten kräftige Äste.
Hochstubben
In der Forstwirtschaft werden beim Fällen von Bäumen oft Hochstubben hinterlassen. Ein Hochstubb ist der obere Teil des Baumstammes, der nach dem Fällen stehen bleibt – meist 3 bis 5 Meter über dem Boden. Anders als ein normaler Stumpf, der bodennah liegt, bleibt ein Hochstubben viele Jahre lang als Struktur im Wald erhalten.
Hochstubben fördern die Artenvielfalt. Wenn das Holz abstirbt und zerfällt, entsteht neuer Lebensraum für viele Arten. Insekten – besonders Käfer – fühlen sich dort wohl, ebenso Spechte, die leichter Löcher in absterbende Stämme hacken können als in gesunde. Auch Pilze und Flechten besiedeln das tote Holz und sind ein wichtiger Teil des natürlichen Kreislaufs der Zersetzung.
Freigestellte Eichen
Eichen lieben Licht. Mehr Sonne bedeutet kräftigeres Wachstum und eine größere Chance, ein sehr hohes Alter zu erreichen. Um den bedrängten Eichen zu helfen, haben wir einige der Bäume um sie herum gefällt. So hoffen wir, dass sie sich erholen und vielleicht bis zu 500 Jahre alt werden können – derzeit sind sie etwa 200 Jahre alt.
Außerdem sind alte, sonnenverwöhnte Eichen ein Zuhause für Hunderte Arten von Insekten, Flechten und Pilzen – viele von ihnen sind gefährdet. Auch wirtschaftlich ist die Eiche für uns Menschen wertvoll: Ihr Holz erzielt hohe Preise, etwa für Möbel oder Parkett.
Kohlenstoffspeicherung
Wenn Bäume, Sträucher und andere Pflanzen wachsen, nehmen sie Kohlendioxid aus der Luft auf. Sie nutzen es, um Stämme, Äste, Wurzeln und Blätter zu bilden. Es ist, als würden sie das Kohlendioxid in einer unsichtbaren Vorratskammer speichern – das nennt man Kohlenstoffspeicherung.
Der Kohlenstoff kann lange Zeit in den Pflanzen und im Boden verbleiben. Wenn Blätter und Äste auf den Boden fallen, zersetzen sie sich, und ein Teil des Kohlenstoffs bleibt in der Erde. Auch das Meer kann große Mengen Kohlenstoff speichern – durch winzige Pflanzen und Tiere, die dort leben.
Wenn jedoch zu viele Bäume gefällt, Holz verbrannt oder Böden zerstört werden, gelangt der gespeicherte Kohlenstoff wieder in die Luft. Darum ist es so wichtig, Wälder, Felder und Meere zu schützen – damit die Natur uns weiter im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann.
Stieleiche
Die Stieleiche ist ein eindrucksvoller Baum, der über 1.000 Jahre alt werden kann. Sie ist ein kräftiger Laubbaum mit tief gelappten Blättern und sehr hartem, schwerem Holz. Schon in der Wikingerzeit spielte sie im Schiffbau eine große Rolle. Über mehrere Jahrhunderte hinweg – bis 1875 – war ihre Nutzung sogar ausschließlich dem König vorbehalten. Die Eiche ist außerdem einer der wichtigsten Bäume für andere Arten in Schweden, da sie besonders alt und mächtig werden kann.
Hängebirke
Die Hängebirke gibt es in Schweden seit 12.000 Jahren. Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden, liebt das Licht und wächst am besten auf frischen, festen Böden. Ihren schwedischen Namen verdankt sie den kleinen harzigen Warzen auf den jungen Trieben. Früher nutzte man das Holz für Werkzeuge, Haushaltsgeräte, Möbel und sogar für Skier. Heute wird es vor allem im Innenausbau, für Möbel und als Rohstoff für Textil- und Papierherstellung verwendet.
Öhrchenweide
Die Öhrchenweide ist ein Weidenstrauch, der seit dem 18. Jahrhundert in Schweden angebaut wird. Sie wächst gern auf feuchtem Boden und schützt Ufer vor Erosion. Heute kommt sie auch verwildert vor. Die langen, schmalen Blätter und die biegsamen, schnell wachsenden Jahrestriebe können bis zu zwei Meter lang werden. Traditionell wurden sie für das Flechten von Körben, Zäunen oder Pflanzenstützen genutzt. Schon früh im Frühjahr blüht die Öhrchenweide mit gelben Kätzchen und liefert Bienen wertvollen Nektar.
Erle
Die Erle kam vor etwa 8.500 Jahren aus dem Süden nach Schweden. Sie ist unser einziger Laubbaum, der Zapfen trägt, und wächst am liebsten auf feuchtem Boden, oft an Seen und Bächen. Triebe, Knospen und Blätter sind klebrig – daher hat die Erle auch ihren schwedischen Namen. Sie erreicht eine Höhe von 10–25 Metern und wird meist mit 60 Jahren gefällt, kann aber bis zu 300 Jahre alt werden. Ihr Holz ist weich und leicht zu verarbeiten und wird unter anderem für Möbel und Holzschuhe verwendet.
0470 – 75 20 97

