Gloson

DAS GEISTER-SCHWEIN

In Värend, so nannte man früher diese Gegend in Smålandb/smoland/ erzählte man sich von einem unheimlichen Wesen: GLO-SO.
„Glo“ bedeutet starren, und „so“ heißt Muttersau.

Gloson war ein riesiges, geisterhaftes weißes Schwein – so groß wie ein Schneepflug! Ihre Augen waren rund wie Untertassen – aber sie glühten wie Feuer.
Der Rücken von Gloson sah aus wie eine Säge, mit Klingen so scharf wie Rasiermesser.
Und wenn sie grunzte, bebte der Boden.

Wenn Gloson nachts einen ehrlichen, christlichen Menschen sieht, rennt sie mit voller Wucht zwischen dessen Beinen hindurch – und kann ihn in zwei Hälften spalten.

 

DIE NACHT, ALS IDA GLOSON BEGEGNETE

Früher, wenn draußen schlimmes Wetter war, sagten die Leute:

„Das ist so eine Nacht, an der Gloson unterwegs ist!“
Solches Wetter nannte man sogar Gloson-Wetter.

Eines Abends, sehr spät, verließ die junge Kammerzofe (Dienstmädchen )namens Ida das Schloss von Huseby.
König Oskar II. war zu Besuch – und das bedeutete jede Menge Extraarbeit.
Es regnete in Strömen, der Wind heulte durch die Bäume, und die dunkle Schotterstraße zum alten Schmiedehaus war menschenleer.

Gerade als Ida zwischen den Bäumen entlangging, begann die Erde leicht zu beben.
Dann hörte sie ein schreckliches Grunzen – tief, grollend, unheimlich.
„Oh nein“, flüsterte Ida, „bitte nicht … Ich hoffe, das ist nicht Gloson.“

Doch im nächsten Moment sah sie sie: Zwei riesige, feuerrote Augen starrten sie an und stürmten direkt auf sie zu! Ida wusste sofort, was zu tun war:

Sie kreuzte die Beine,
verschränkte die Arme über der Brust,
und dachte nur an ihre Großmutter, die ihr gesagt hatte:

„Wenn Gloson kommt – mach das Kreuz. Dann hat sie keine Macht.“

Im allerletzten Moment grunzte Gloson laut, wandte sich zur Seite und verschwand in den Bäumen.

Ida stand still, das Herz klopfte ihr bis zum Hals.
Aber sie war gerettet. „Danke, Oma“, dachte sie und atmete tief durch. Dann machte sie sich weiter auf den Heimweg.

 

WIE DU DICH SCHÜTZEN KANNST

Wenn dir Gloson begegnet – überkreuze die Beine!
Denn das Kreuz – ob in Worten oder in Gesten – raubt ihr die Kraft.

Kreuze auch deine Arme über der Brust, deine Finger, und – wenn du magst – sogar deine Augen!
Je mehr Kreuze, desto besser!